Neues von Bund und Corona!

Der zweite Lockdown trifft uns im Sport und Vereinswesen sehr hart.

Dieses Mal fühlt es sich anders an als im März. Wir sind überzeugt davon, dass man GEMEINSAM alles tun muss, um diesen Virus aufzuhalten. Und selbstverständlich wird man weiterhin alle Maßnahmen gewissenhaft befolgen. Der bittere Beigeschmack ist, dass man sich unfair behandelt fühlt. Man hat alles getan, um alles hygienisch, sicher und möglichst risikolos zu gestalten. Jetzt muss man sich im Privaten fit halten und hoffen, dass wir schnell wieder auf die Matte dürfen.

Wie beim schon überstandenen Lockdown werden wir auch dieses Mal wieder online Trainingsmöglichkeiten anbieten, damit wir alle keine Entzugserscheinungen erleiden und fit bleiben!

Wir halten Euch auf dem Laufenden! Haltet Euch an die bekannten AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) und bleibt gesund!

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Der Mentor

Uns erreichte noch eine Stimme, die schon lange nicht mehr auf der Matte stand und sich so an Günter Breuer erinnert:

Günter Breuer ist mit einer der Gründe, weswegen ich nach meiner ersten Judo-Stunde nicht sofort kehrt gemacht habe, um diesen Sport sofort wieder den Rücken zu kehren. Die Art und Weise wie er uns Rasselbande damals im Griff gehabt hat ist schon erstaunlich. Jeder der einmal auf Kinder aufgepasst, oder selbst welche hat, weiß von was ich spreche. Durch seinen pädagogischen Hintergrund hat er eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt, dass diese Teilweise auf uns abgefärbt hat. Für ihn kamen laute Worte als Hilfsmittel nicht in Frage, er versuchte uns sportlich und mental in jeder Einheit so zu fordern, dass wir gar keine Energie mehr für kindliche Rebellionen übrig gehabt hätten.

Ich denke gerne an die Zeit zurück, in der wir gemeinsam in großen Gruppen auf Wettkämpfe gefahren sind. Damals kamen denke ich locker 10-15 Judoka aus Schwieberdingen für einen einzigen Wettkampf zusammen. Wer glaubt, dass eine solche Anzahl von Judoka eine logistische Herausforderung in puncto Coaching am Mattenrand bedeuten würde, der wurde durch Günter eines besseren belehrt. Er widmete jedem einzelnen Kämpfer vor einem Kampf die nötige Aufmerksamkeit und stellte uns perfekt darauf ein. Dabei gab es oftmals auch mal rote Backen, wenn Günter merkte, dass man noch nicht konzentriert und wach genug sei. In Echtzeit analysierte er die Wettkämpfe und gab noch währenddessen nützliche Tipps.

Wer mich kennt weiß, dass ich kein aktiver Judoka mehr bin, aber genau eben dieser Günter Breuer bewegte mich vor etlichen Jahren noch einmal zu einem Comeback und so schaffte ich es gemeinsam mit Günter als Mentor und meinen damaligen Trainingspartnern Fabian Staber und Ontje Wegmann noch bis zum braunen Gürtel. Obwohl wir aufgrund der anhaltenden Pubertät schwierige Charakterzüge hatten und wir auch manchmal unterschiedlicher Meinung waren, muss ich letztlich zugeben, dass Günter meistens Recht hatte.

Mit ihm verabschiedet sich ein ganz großer von der Bühne des Judosports. In Sachen Motivation, Ehrgeiz, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft macht dir keiner was vor Günter.

Vielen Dank für die gemeinsamen Jahre im Judosport.

Yannic Martin

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Auf und neben der Matte: Mein Judolehrer

Zuletzt ist unser Schriftführer Christopher Schätzle an der Reihe:

Vor über zwanzig Jahren durfte ich Herrn Breuer beim ersten Judotraining auf der Bühne der Turn- und Festhalle in Schwieberdingen erleben. Ein Anfängertraining, das direkt die Grundlagen und Werte unseres Sports vermittelte. Auf seine unverwechselbare Art brachte Herr Breuer uns Zeremoniell, Tradition und Sport näher. Alle bekamen eine Chance, wurden mitgezogen. Keiner wurde benachteiligt oder außen vor gelassen. Wenn jemand etwas länger brauchte eine Technik zu begreifen oder das Fallen zu lernen, brauchte der neugewonnene Schützling eben etwas länger. Mit erfrischendem kölschem Charme war es auch kein Problem nach etwa einem Jahr Judopause im Ausland direkt wieder mitzutrainieren. Ohne Umschweife wurde ich wieder in die Trainingsgruppe integriert und aufgenommen.

Die Jahre vergingen. Gürtelfarben wurden dunkler. Nicht nur im Vereinsleben wuchs ich  weiter, sondern wurde irgendwann zum Trainerassistent. Auch hier wurde ich unter Herr Breuers Fittiche genommen. Seine Erfahrung gab er gerne weiter und erklärte beim Beobachten der Kinder, an welchen Bewegungsmustern ich sehen konnte, wer sich leichter tat und bei wem ich unterstützend unter die Arme greifen sollte. Auch außerhalb der Matte stand er mit Rat und Tat zu Seite: Zum Beispiel war er eine Quelle an Information und Ressourcen, wollte ich mal mehr zur Geschichte und Tradition Japans und des Judosports erfahren. Ein wahrer Lehrer, der die Heterogenität von Trainingsgruppen als Chance begriff und das auch an uns weitergab. Wir begegnen uns stets mit Respekt. Selbst, wenn wir heutzutage schon beim „Du“ angekommen sind, bleibt er für mich immer Herr Breuer. Ohne ihn wären viele Kinder nicht beim Judo geblieben, Trainer geworden oder hätten nicht gelernt sich im Vereinswesen zu engagieren, einer – wohlgemerkt – ehrenamtlichen Arbeit. Er hat an uns allen seine Spuren hinterlassen und uns positiv beeinflusst.

Ich durfte im Laufe der Jahre viele Trainer und Trainingsphilosophien kennenlernen und für mich ist und bleibt Herr Breuer MEIN Judolehrer.

Christopher

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Mit Rat und Tat an unserer Seite…

Als stets engagierte und hilfsbereite Mitglieder unserer Abteilung sind diese Woche Markus und Rainer an der Reihe über unseren Judolehrer Günter Breuer zu erzählen; wer Herr Breuer für sie war:

Günter war unser erster Judotrainer. Spielerisch führte er die Gruppe an die Judo-Grundlagen heran und die ganze Trainingsgruppe war mit Feuereifer dabei. Das „auf den Boden schlagen“ nahm uns die Hemmungen vor den späteren Falltechniken und beim „Tische umwerfen“ lernten und übten wir unsere ersten Bodentechniken. Doch nicht nur die richtige Ausführung der Techniken, sondern auch die Judo-Werte und die Philosophie dahinter wollen gelernt sein. Mit viel Geduld erklärte Günter uns auch die Hintergründe: Warum kniet man zuerst mit dem linken Bein? Wo greift man am besten zu? Dieses gründliche Lehren der Grundlagen erlaubte es uns nicht nur unsere ersten Gürtelprüfungen zu machen sondern bildet bis heute die Basis, auf der wir Judo lernen. Doch Judo besteht nicht nur aus Gürtelprüfungen und auch bei unseren ersten Turniererfahrungen begleitete und unterstützte Günter uns. Selbst als wir irgendwann zu alt wurden, um weiter in Günters Trainingsgruppe zu trainieren, ließ er es sich nicht nehmen, uns weiterhin neues zu lehren. Ob Auszüge aus seiner umfangreichen Sammlung über Judo oder die Erklärung einer interessanten Variante einer Technik, Günter gab es gerne weiter. Auch bei unserer ersten eigenen Trainingsgruppe unterstützte Günter uns. Auf der Matte stand er uns mit Rat und Tat zur Seite und auch abseits der Matte hatte er stets einen Rat oder Material zur Trainingsgestaltung parat. Beim Training zeigte sich: auch nach über einem Jahrzehnt lieben die Kinder das Training mit Günter.

Markus & Rainer

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Mit Geduld und Wiederholungszahl

Wenn wir an Günter Breuer denken, dann denken wir an lange Trainingsabende mit vielen Wiederholungen und ständiger Verbesserung.

„Wir“ sind in dieser Ausgabe des Gemeindeblatts Fabian Staber und Ontje Wegmann. Fabian Staber ist mittlerweile zum ersten Vorstand der Abteilung Judo geworden. Ontje Wegmann wurde über die Jahre Kassier im Hauptverein des TSV Schwieberdingen. Unsere Verwurzelung mit dem Verein über viele Jahre gründet vor allem auf der Arbeit die anfangs noch Herr Breuer und später dann Günter in uns investiert hat. Zu Beginn fand unser Training noch getrennt in unterschiedlichen Gruppen auf der Bühne der Turn- und Festhalle statt. Über die Zeit und viele Trainings fanden wir uns dann in einer Gruppe für damals Fortgeschrittene zusammen. Die richtige Arbeit mit Günter begann dann mit der Fertigstellung der Felsenberghalle in der wir über viele Jahre kontinuierlich mehrmals die Woche trainiert haben. Vor allem das Freitagabendtraining, das Günter nur einer kleinen Gruppe Auserwählter gewidmet hat, ist uns dabei im Kopf geblieben. Über mindestens drei Stunden wurden wir hier von Günter „geschliffen“.

Um es in seinen Worten zu sagen „in die Lehre gehen“. Er kam jede Woche mit neuen Ideen, Grundlagen und Rechercheergebnissen und hat uns die damals neuesten Techniken gezeigt und beigebracht. Jeder Abend war dabei einer bestimmten Technik oder einem Themengebiet gewidmet. Dabei konnte es auch einmal vorkommen, dass wir diese Technik eine oder zwei Stunden am Stück trainierten und dabei immer wieder geworfen wurden und auch selbst werfen konnten – ganz nach dem Vorbild der Japaner, die oft eine Technik tausende Mal am Stück wiederholen und üben.

Neben dem Training vermittelt er uns über Jahre auch die Werte des Judosports und die Grundlagen, die uns später dann auch in unseren eigenen Trainingsgruppen weitergeholfen haben und von denen wir auch heute noch im täglichen Leben profitieren. Vor allem Geduld, Hingabe und Gelassenheit hat er uns dabei viele Jahre stetig vorgelebt. Neben dem ausgiebigen Freitagstraining hat er uns auch auf beinahe alle unsere Gürtelprüfungen vorbereitet und dafür gesorgt, dass wir auf ein breites Wissen zurückgreifen können. Eine Gürtelprüfung mit nicht mindestens beinahe perfekter Technik wurde nicht angemeldet und so waren unsere Gürtelprüfungen auch vor den Augen vereinsfremder Prüfer immer mit viel Lob verbunden.

Aus diesem Grund möchten wir uns auf diesem Weg bei Dir, Günter, heute noch einmal bei Dir für deine Hingabe und Geduld bedanken und freuen uns auch weiterhin dich bei Veranstaltungen, insofern sie in der aktuellen Situation noch stattfinden können, dabei zu haben und auf dein Wissen zurückgreifen zu können.

Fabian & Ontje

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Der Fels in der Brandung!

Die ersten, die uns über unseren Judolehrer Günter Breuer berichten sind unsere ehemaligen Abteilungsleiter Dirk Lukaschewski und Thomas Röhm. Beide, wie viele andere von uns, arbeiten schon seit Jahrzehnten mit Herrn Breuer zusammen. Sie berichten in chronologischer Art und Weise von seinem Engagement bei uns im Verein:

Anfang der 80er Jahre startete Günters Sohn Hermann bei uns in der Abteilung mit dem Judotraining. Günter übernahm kurz darauf das Amt des Jugendleiters bei uns in der Abteilung Judo. Im Rahmen der Festwoche 80 Jahre TSV Schwieberdingen fuhren im Mai 1986 erstmals 9 Jugendliche mit Günter und 3 weiteren Betreuern nach Vaux-le-Penil. Dort fand der erste sportliche Wettkampf zwischen den beiden Judoclubs statt. Da dies ein sehr großer Erfolg war, war klar, dass dies wiederholt werden musste. Günter hat kurzer Hand den Club aus VLP für das Folgejahr nach Schwieberdingen eingeladen. Bereits ein Jahr später, 1987 war es dann soweit: Bei einem Treffen zwischen Richard Billiard, Michel Chevreux und Günter Breuer wurde vereinbart, dass der sportliche Austausch weiter gepflegt werden soll. Dieser Austausch hält bis heute an! Bei der Jahreshauptversammlung 1988 wurde Günter zum Abteilungsleiter gewählt und löste Frau Ruth Rohde ab.

In der Zeit von Günter als Abteilungsleiter, war es ihm immer sehr wichtig, dass neben dem Trainingsbetrieb auch das Gesellige gepflegt wird. Jährlich fanden Judo Sommerfeste statt, mit selbst gemachtem Kartoffelsalat, Steaks und Grillwürsten, geselligem Beisammensein und vielen Spielen für die Kinder und Jugendlichen – ein Riesenspaß für Jung und Alt. 1997 zum 15-jährigen Bestehen der Judoabteilung organisierte Günter einen Ausflug in seine Heimatstadt Köln. Dort bekamen wir eine besondere Stadtführung von einem echten „Kölsche Jung“ und besuchten ein Musical.

Ein weiterer Meilenstein in Günters Judo-Geschichte, war die Planung der Felsenberg-Sporthalle. Nach dem Jahrzehnte lang die Judomatten zu jedem Training auf und abgebaut werden mussten, hat sich Günter maßgeblich bei der Planung eines Mehrzweckraumes in der Halle eingebracht. Hierbei hat er immer seine Ziele zum Besten der Abteilung, teilweise mit eisernem Willen, verfolgt. Von dem geschaffenen Mehrzweckraum profitieren bis heute nicht nur die Judokas, sondern auch weitere zahlreiche Sportgruppen. Um die Trainingsbedingungen weiter zu verbessern, wurde von Ihm zusätzlich ein Kraftraum geplant und dessen Einrichtung von der Judoabteilung finanziert.

Ein weiteres Highlight war im Jahr 2002 die Feier zum 20-jährigen Bestehen der Judoabteilung. Hierzu wurde in der Felsenberghalle eine bis dahin noch nie dagewesene „Budogala“ auf die Beine gestellt. Alle interessierten Sportbegeisterten waren eingeladen, um mit der Judoabteilung das Jubiläum zu feiern. Vorgestellt wurden die verschiedensten Kampfsportarten mit all Ihren Facetten und Ausprägungen und nicht nur Kampfsportler waren begeistert.

Nach dem der Umzug des Trainingsbetriebes von der Bühne der Turn- und Festhalle in die Felsenberghalle vollzogen war und sich der „Lebenstraum“ von Günter erfüllt hatte, trat Günter als Vorstand der Judoabteilung zurück und übergab diese Aufgabe an Dirk Lukaschewski.

Wer glaubt das war’s, der kennt Günter nicht! Bis heute ist er aktiv im Verein tätig. Sein neu entwickeltes Format „Raufen mit Papa“ ist ein fester Bestandteil unseres Training Angebotes. Für Günter war es immer wichtig, dass man im Sport nicht nur nach Höchstleistungen strebt, sondern dass auch für die Breite ein Angebot bereitgehalten wird, bei dem jeder seinen Platz findet.

Dieser Weg (Judo = sanfter Weg) ist bis heute in der Abteilung zu spüren und Günter hat diesen maßgeblich geprägt und weiter gegeben.

Dirk & Tommy

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Ein Judolehrer verabschiedet sich

Judo in Schwieberdingen ist ohne unseren Judolehrer Günter Breuer nur schwer vorstellbar. Mit seiner erfrischenden rheinischen Art steht er uns seit Beginn der 80er Jahre zu Seite. Vom Elternvorsitz, über den Vereinsvorsitz, Zeugwart und Ehrenmitglied – Herr Breuer hat uns die letzten 4 Jahrzehnten steht’s unterstützt, gefordert und gefördert. Vielfach auszeichnet vom Verein, sogar vom württembergischen Landessportbund, hat Günter Breuer vieles erreicht und zu Wege gebracht – auf und neben der Matte.

Wegen der aktuellen pandemischen Situation ist sein Abschied von unserer Matte etwas früher als geplant eingetreten. In den nächsten Wochen wollen wir uns gebührend von ihm verabschieden. Einige Judoka kommen zu Wort und erzählen von ihren Erfahrungen mit unserer Institution Günter Breuer.

Er begleitet uns auf und neben der Matte, hat unser Verständnis von Judo geprägt und so vieles gelehrt: Danke, Günter Breuer.

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